Einzelbäume

Vierlingsahorn am Leitenweg

ART: Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) Mehr Informationen

Im Naturschutzgebiet „Weißeritztalhänge“ bei Tharandt versteckt sich dieser mächtige Baum im Hangmischwald unterhalb des Leitenweges, kann aber vom Weg aus gut betrachtet werden. Bereits sehr weit unten teilt er sich in vier Stämme auf, von denen zwei wiederum weiter oben über eine Astbrücke miteinander verbunden sind. Am Stamm zeigen sich einige kleinere Astbruchstellen und Beulen. Die typisch plattenartige Borke ist recht üppig mit Moosen und Flechten bewachsen. Der Baum mag über 270 Jahre alt sein [1,2] wirkt aber noch immer recht vital.

Die Waldzusammensetzung ist hier deutlich durch das Relief bestimmt: Während großflächig die Buche dominiert, werden die besonders steilen Hänge und schluchtartigen Einschnitte von Edellaubbäumen wie Berg-Ahorn, Spitz-Ahorn und Esche sowie Linde beherrscht, die Hangrutschungen und Steinschläge besser tolerieren. Die tiefe Stammteilung könnte auf eine Beschädigung des Baumes durch Steinschlag in der frühen Jugend hindeuten. Er ist etwas weniger ausladend als der ähnlich dicke Berg-Ahorn am Schloss Grillenburg, mag daher in einem (früher) etwas geschlosseneren Bestand aufgewachsen sein.

Spätestens mit der Ausweisung des Naturschutzgebietes im Jahr 1961 [3] wurde der Waldbestand hier nicht mehr regulär bewirtschaftet und unterliegt inzwischen faktisch dem Prozess-Schutz ohne größere Eingriffe. Lediglich im Rahmen von Verkehrssicherungsmaßnahmen werden immer wieder Bäume abgesägt, insbesondere entlang der unterhalb verlaufenden Bahnlinie. Da sich der Baum in einem Waldgebiet befindet, sind Sicherungsmaßnahmen sonst nicht zwingend. Auch eine Freistellung ist nicht nötig: vielmehr bieten die umstehenden Bäume auch einen gewissen Windschutz. Um jedoch ein mittelfristiges Auseinanderbrechen zu verhindern, wäre eine Kronensicherung sinnvoll.

Quellen:

[1]   Fröhlich, H.J. 1993. Wege zu alten Bäumen 11. Sachsen. – Frankfurt/M.: 200 S.

[2]   Joos, A. 1999.  Ausgewählte dendrochronologische Besonderheiten in und um Tharandt unter besonderer Berücksichtigung der phytopathogenen Pilze. Textbd. + Anh. – Diplomarb. TU Dresden: 208 S.

[3]   SMUL (Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft) Hg. 2008. Naturschutzgebiete in Sachsen. – Dresden: 720 S.

Informationen

Ort

Tharandt, Stadt
Tharandt

Schutz

-

Patenbaum

nein

Basisdaten vom 02.12.2021

Umfang

5.85 m

Durchmesser

1.86 m

Höhe

31 m

Alter

270 Jahre

Zugang

frei

Standort

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Naturdenkmal: Naturdenkmal hat Pate:
Kein Naturdenkmal: Kein Naturdenkmal hat Pate:

Foto: Marvin Schneider
Foto: Sebastian Dittrich
Foto: Sebastian Dittrich