
Am nordwestexponierten Steilhang unterhalb der Bergkirche Tharandt befindet sich eine Efeu-überdeckte Grünanlage mit diversen Sträuchern und einzelnen Bäumen. Hierzu gehört auch diese recht hohe Berg-Ulme, die – leicht bedrängt von einem Spitz- und einem Berg-Ahorn – am Hangfuß nahe dem Grundstück Schillerstraße 2 wächst. Es handelt sich wahrscheinlich um die letzte ältere Berg-Ulme in der Ortslage von Tharandt, wo in den 1990er Jahren viele größere Individuen dem Ulmensterben zum Opfer gefallen sind [1]. Sie ist am besten vom Oberhang (Kirchweg) einsehbar, während sie zur Straße hin durch die Nachbarbäume teilweise verdeckt ist.
Sicherlich konkurrenzbedingt ist die Krone im Vergleich zu freistehenden Individuen relativ schlank und etwas einseitig entwickelt. Die Äste setzen insbesondere im oberen Kronenbereich eher steil an, während die Zweige locker gestellt und vor allem im unteren Kronenbereich auch waagerecht bis abwärts gerichtet sind. Sie sind mit recht großen, dunkelgrünen Blättern besetzt. Im oberen Kronenbereich sind mehrere dürre Äste zu erkennen. Ebenso wie die mäßig aufgelichtete Krone sind sie aber wohl keine Symptome des Ulmensterbens, sondern auf Trockenstress beziehungsweise unkritischen Befall u.a. durch die Ulmen-Blasenlaus (Schizoneura ulmi) sowie einen Blattfleckpilz (Phloeospora ulmi) zurückzuführen.
Die immer noch recht hohe Vitalität zeigen hingegen die üppigen Wasser-Reiser (Neu-Austriebe) am Stamm sowie Stockausschläge von zwei Nebenstämmen. Diese wurden recht grob und unsachgemäß eingekürzt, wie auch die übrige Pflege der Anlage (2022) etwas "wüst“ erfolgte und zur Erfassungszeit überall Schnittgut herumlag. Es wäre wünschenswert, wenn mindestens der konkurrierende und spitzendürre Spitz-Ahorn entfernt würde. Auch der Efeu-Bewuchs am Stamm sollte weiter beobachtet und bei stärkerer Entwicklung beseitigt werden.
Quellen:
[1] Mackenthun, G. 1999. Die Gattung Ulmus in Sachsen. Diss. TU Dresden: 335 S.
Informationen
Ort
Tharandt, Stadt
Tharandt
Schutz
-
Patenbaum
nein