Einzelbäume
Stumpfblättriger Tulpenbaum im Forstbotanischen Garten
ART: Stumpfblättriger Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera 'Integrifolium')

Alles an diesem Baum wirkt mächtig: der dicke Stamm, die tiefrissige dicke Borke, starke Äste und große kräftig-grüne Blätter in der wolkigen Krone. Er wurde in der Anfangszeit des Forstbotanischen Gartens Tharandt im Jahr 1811 gepflanzt [1]. Damit kann er durchaus als alt gelten, was sich beispielsweise in einem inzwischen spärlichen Ansatz der spektakulären orange-grünen Blüten äußert: Tulpenbäume stellen bei einem Alter um 200 Jahre das Blühen ein, bei einer maximalen Lebenserwartung von über 300 Jahren [5]. Im Jahr 1998 war die Blüte noch weitaus üppiger [4]. Seine Vitalität erscheint aber, von wenigen trockenen Zweigen abgesehen, bisher kaum eingeschränkt. Von der Dürre im Sommer 2022 war er jedoch stark betroffen und hatte schon im August einen Großteil der Blätter abgeworfen.
Nachdem der Baum im Jahr 1953 durch einen Blitzeinschlag stark beschädigt worden war [3], sind diese Verletzungen über die Jahrzehnte gut verheilt und kaum mehr nachweisbar, wie auch spätere Schnittstellen. Der Stammumfang betrug 1959 genau 2,0 m, 1981 2,26 m, 1997 2,48 m; 1999 wurden 2,51 m verzeichnet [2,3,4]. Im Erfassungsjahr (2022) hat er dann 2,77 m erreicht. Auch in der Höhe hat der Baum zwischenzeitlich stark zugelegt und dürfte noch immer einer der höchsten Bäume im Forstgarten sein. 24 m hatte er schon 1959 erreicht, über 31 m im Jahr 1999 bis 33 m in 2022. Im selben Jahr wurde er aber moderat eingekürzt, um die Stabilität zu verbessern.
Da der Forstbotanische Garten anfänglich als systematische Schausammlung konzipiert war, wurden zunächst von vielen Baumarten nur Einzel-Exemplare gepflanzt. So sind auch mögliche Nachfolger dieses Baumes erst sehr viel später hinzugekommen: Ein Baum der Wild-Art wurde im Jahr 1878 gepflanzt und ein weiterer Baum dieser Kulturform 1882 [2]. Zu finden sind jüngere Tulpenbäume auch in den Erweiterungsflächen des Forstgartens westlich der Freiberger Straße („Forstpark“). Deren Gestaltung ist der natürlichen Vergesellschaftung nordamerikanischer Baumarten nachempfunden. Ein wichtiger Besuchermagnet ist dabei die Herbstfärbung der Bäume im ‚Indian Summer‘, an dem sich Tulpenbäume mit ihrem leuchtenden goldgelben Herbstlaub maßgeblich beteiligen.
Quellen:
[1] https://ddg-web.de/rekordbaeume.html?VCardId=820 – letzter Zugriff: 20.07.2022
[2] Jahnel, H. & Watzlawick, G. 1959. Verzeichnis der Gehölze des Forstbotanischen Gartens in Tharandt nach dem Stand vom Frühjahr 1958. Abies bis Zelkova. – Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Hochschule Dresden 8(5): 1079-1095.
[3] Joos, A. 1999. Ausgewählte dendrochronologische Besonderheiten in und um Tharandt unter besonderer Berücksichtigung der phytopathogenen Pilze. Textbd. + Anh. – Diplomarb. TU Dresden: 208 S.
[4] Linné, C. (Pseudonym) 1998. Der höchste Baum der Universität. Bemerkenswerte Bäume in der TUD (6): Tulpenbaum. – Universitätsjournal 11/98: 2.
[5] Schütt, P. & Lang, U. 2002. Liriodendron tulipifera L., 1753 – Enzyklopädie der Holzgewächse 28, Erg.Lfg. 7/02: 1-10.
Informationen
Ort
Tharandt, Stadt
Tharandt
Schutz
-
Patenbaum
nein